Das Alter - "Schreckgespenst der Zivilisation" oder gesund und vital durch diesen Lebensabschnitt?
Artikel von Heinz Dimter
(Erstveröffentlichung -redaktionell bearbeitet- :"Freie Presse" Chemnitz)
Ein Paradoxon unseres gegenwärtigen Lebens besteht darin, dass bei zunehmender Lebenserwartung die Angst vor dem Alter, besonders vor Krankheit und Pflegebedürftigkeit, zunimmt. Und tatsächlich nehmen die Einflüsse dieser Faktoren zu, je länger der Mensch lebt.
Die Ursachen dafür liegen auf der Hand: die Gesellschaft und der Einzelne selbst haben auf diese Herausforderungen bisher nur passiv reagiert, an den menschlichen und finanziellen Auswirkungen herumgedoktert, anstatt umzudenken.
Fakt ist, dass eine gesunde, auf ein hohes Alter gerichtete Lebensweise anders aussieht, als die, die uns als "Lifestyle" der Informationsgesellschaft gegenwärtig angepriesen und von vielen auch gelebt wird.
Oft verbindet man mit dem Begriff "jung bleiben" nur biologische, ja meistens sogar nur äußerliche Aspekte: Fitness, Wellness, glatte Haut, keine ernsthaften Erkrankungen.
Das wird dem Wesen des Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele in keiner Weise gerecht. Tatsächlich müssen alle Komponenten dieser "Drei-in-Einem" wirklich wollen, dass der Mensch lange jung bleibt.
Kann man sich vorstellen, dass die Seele eines Menschen, der unter unglaublichem Stress täglich mit anderen konkurriert und sich mit sicherem Schritt einem Herzinfarkt nähert, dies möchte?
Wohl kaum.
Kann man sich vorstellen, dass der Geist eines Menschen, der sich ständig nach der Wahrheit anderer richten muss und deshalb in Negativismus verfällt, dies möchte?
Wohl kaum.
Kann man sich vorstellen, dass der Körper eines Menschen, der fortlaufend mit toxischem Zigarettenrauch oder gehirn- und leberkillenden alkoholischen Getränken "gefüttert" wird, dies möchte?
Wohl kaum.
Deshalb gilt es also zuallererst, mit einem neuen, umfassenden Gesundheitsansatz sein Leben so zu verändern, dass es mit Körper, Geist und Seele harmoniert.
Auf dieser Grundlage wird es dann auch einfacher, aus den bisher erforschten Alterungsfaktoren des Menschen solche Maßnahmen abzuleiten, die die Erreichung eines "gesegneten Alters" ermöglichen. Wenn Sie in Übereinstimmung mit der Natur handeln, werden Sie mehr erreichen, als wenn Sie dagegen anzukämpfen versuchen.
* Die Vermeidung der Tumorentstehung ist die zentrale Frage der Gesundheitsprophylaxe im Hinblick auf das Alter. Neben der Nutzung aller spezifischen Vorsorgeuntersuchungen, besonders bei genetischen Prädispositionen, kommt der Stärkung der innerzellularen und immunologischen Schutzsysteme große Bedeutung zu.
Mein Rat: meiden Sie Genussgifte und exponierte Schadstoffbelastungen. Krebserregende Substanzen finden sich besonders in Zubereitungen, die unter Verwendung überhitzter oder verbrannter Fette hergestellt werden.
Gesunde Ernährung bedeutet weniger Schnell- und Fertiggerichte, weniger überzuckerte Nahrungsmittel und wenigerhektisches Essen.
Besonders Gemüsesorten wie Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl, Schwarzwurzel und Möhren wirken bei regelmäßigem Verzehr prophylaktisch.
*Die Aktivierung der Stoffwechselprozesse durch eine an lebenswichtigen Nährstoffen reiche Kost erhält die körperliche Funktionalität und die Vitalität und beeinflusst damit direkt den Alterungsvorgang.
Mein Rat: eine solche Ernährung besteht in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Kohlehydraten, Fetten und Eiweiß (Proteinen). Die besten Lieferanten dieser Grundstoffe aller physiologischen Abläufe in den menschlichen Zellen vor allem zur Energiegewinnung sind: Kartoffeln, dunkles Brot; Pflanzenfette und -öle, Butter; Gemüse, Obst, Fisch, mageres Rind- oder Schweinefleisch. Da der Nährstoffbedarf individuell verschieden ist, empfiehlt sich nach entsprechender Beratung durch den Therapeuten oder Arzt die Zusatzversorgung des Körpers mit folgenden Vitalstoffkomplexen:
-ein natürliches Präparat des C-Komplexes mit Vitamin C, Rutin und Hesperidin,
z. B. Acerola-Tabletten
-Omega-3- Fettsäuren, z. B. Lachsölkapseln
-die Coenzyme Q 1 und Q 10
-aminosäuren- und mineralstoffhaltige Präparate nach individuellem Bedarf und
Verträglichkeit, z. B. Spirulina-, Cranberry-, Mistel-, Ginseng- oder
Brennesselextrakt.
* Die schädigende Wirkung freier Radikale führt zum vorzeitigen Verschleiß unserer Zellen, was wiederum das Alterungstempo der Organe und des Organismus beschleunigt. Diese aggressiven chemischen Stoffe sind überwiegend Ergebnis normaler Stoffwechselprozesse, z.T. aber auch Folge erhöhter Schadstoffbelastungen. Mit zunehmendem Alter werden immer weniger körpereigene Antioxidanzien produziert, die normalerweise für die gefahrlose Entsorgung dieser Stoffe sorgen.
Mein Rat: eine ganze Reihe bekannter Pflanzen enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken und damit Zellen wirksam schützen. Einige der bisher am besten erforschten Stoffgruppen sind die Carotinoide, die Polyphenole, die Isoflavone und die Curcuminoide. Auch die Vitamine C und E, Zink und Selen entwickeln zusammen mit den genannten Substanzen bemerkenswerte prophylaktische Wirkung. Folgende Früchte der Natur sind besonders reich an diesen Wirkstoffen:
-Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren
-Äpfel, Kirschen, blaue Weintrauben, Kiwi
-Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Buchweizen.
Achten Sie dabei auf saisongerechte Waren und greifen Sie, wenn möglich, auf Bio-Produkte zurück.
Machen Sie also jetzt einen ersten Schritt zu Gesundheit und Vitalität - nicht erst im Alter.